»Die Geschichte der Bienen« von Maja Lunde

21:35


England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Ich weiß nicht so recht, wo ich bei diesem Buch genau anfangen soll ...
In den verschiedenen Medien wurde dieses Buch hoch gelobt, auch einen Buchhändlerpreis hat es gewonnen und über eine Verfilmung wird ebenfalls gesprochen - da kann das Buch doch nicht so schlimm sein, oder?

Teils, teils. Maja Lunde hat einen leichten, flüssig zu lesenden Schreibstil. Sie hat es bei mir geschafft Bilder im Kopf entstehen zu lassen, doch jetzt kommt das große Aber: diese Bilder waren nicht von langer Dauer, denn es hat mir persönlich zu sehr an Atmosphäre gefehlt. Da sich die drei Zeitabschnitte der drei Hauptpersonen immer wieder wechseln, fiel es mir schwer, den Handlungen zu folgen, zumal die neuen Kapitel der bestimmten Charaktere nie wirklich dort weitergeführt wurden, wo sie endeten. Auch der ständige Wechseln zwischen Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit, verwirrte mich ab der Mitte leider, so dass ich jedes Mal etwas Zeit zum Nachdenken brauchte - Tao? Ach, ja jetzt bin ich wieder in der Zukunft ... 

Trotz des flüssigen Schreibstiles der Autorin konnte dieser leider die blassen Charaktere nicht wett machen. Zu keinem der drei Hauptcharaktere konnte ich eine Beziehung aufbauen, mit keinem habe ich wirklich mitgefiebert - Anfangs mit Tao schon, aber ab dem Zeitpunkt als ihrem Kind etwas im Wald passierte, war mir von Anfang an klar, worauf diese Handlung hinaus möchte und worauf es am Ende hinauslief - meine Vermutung hatte sich bestätigt, daher war der Überraschungseffekt versiegt.

Die Bienen, von denen ich dachte, dass sie in diesem Buch doch eine so große Rolle spielen, habe ich gefühlt kaum etwas mitbekommen, auch etwas neues habe ich nicht dazugelernt - abgesehen kurz vor dem Ende des Buches, sitzt die Chinesin Tao in einer Bibliothek und überschwemmt den Leser auf zwei Seiten mit Infos aus dem Geschehen der Vergangenheit. Meiner Meinung nach hätten diese Infos weiter vorne - besser noch in der Mitte des Buches genannt werden können - so hätte man wenigstens etwas Spannung in den zähen Mitteilteil gebracht, dessen Handlung dort nur vor sich hinplätschert und erst zum Ende hin nimmt das Buch wieder etwas an Fahrt auf, doch leider lässt der Gesamteindruck dieser Geschichte mich nüchtern und unbefriedigt zurück.

Verlag: btb / Seiten: 512 / Genre: Roman / Einband: Hardcover mit Schutzumschlag / Übersetzer: Ursel Allenstein / Preis: 20,00€ / ISBN: 978-3-442-75684-1

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