Montag, 1. Februar 2016

Schreibwahnsinn: Es ist noch lange kein Ende in Sicht

ENDE, 
dieses hübsche Wort habe ich  am 16. November 2015 unter mein Manuskript schreiben dürfen. Denn endlich war ich am Ende angelangt. Hat auch lange gedauert. Vier Jahr habe ich nach der richtigen Idee gesucht und  sie  im März 2015 schlussendlich gefunden. Von da an, hat es nur noch acht Monate gedauert, bis ich das Wort Ende schreiben durfte. 
Es war nicht ganz einfach, muss ich sagen. Also dieser Schreibprozess. Ich habe unzählige Anfänge und halb angefangene Manuskripte über die Jahre hinweg verworfen, einfach, da mich die Geschichte selber nicht mehr überzeugt hat. Aber als mir dann im März 2015 bewusst wurde dass ich bis dahin schon  gut drei Jahre verplempert hatte, musste endlich etwas geschehen. Es war keine einfache Zeit gewesen, als ich mich dazu entschlossen habe, dieses Projekt endlich zu beenden. Vieles ist mir dazwischen gekommen, und  ich spielte mit dem Gedanken, dieses Manuskript, wie die anderen zuvor auch, einfach zu löschen  und  es vielleicht ganz sein zu lassen. Aber  die Charaktere, die  bis dahin schon so lange in meinem Kopf umhergeisterten, wollten einfach nicht gehen, also musste ich mich aufraffen  und  weiterschreiben. 


Einen enormen Schub hat mir jeweils das Camp-NaNoWriMo gegeben. Den April hatte ich vollkommen verpennt, aber Gott sei Dank gab es noch den Juli, in dem ich an meinem Manuskript ranklotzen konnte. Auch wenn das Ziel darin bestand, diese Geschichte in 2015 zu beenden, dümpelte ich in den Monaten zwischen den NaNo-Veranstaltungen nur vor mich hin. läpperte gut alle drei Tage ca. 2.000 Wörter aufs virtuelle Papier oder schrieb eine Woche gar nichts. Als es dann endlich auf den November  zu ging, musste ein Plan her. Der bestand darin, dass ich mir Zeit nehmen musste, die 1.667 Wörter am Tag zu schreiben. Da ich abends  kreativer zu sein scheine, habe ich mir jeweils zwischen 19:00 - 23:00 Uhr einfach die Zeit genommen und  wie ein irrer auf die Tastatur gehämmert. An manchen Tagen war ich so in meiner Geschichte vertieft, dass alles  automatisch von sich ging. Ich brauche nichts, weiter machen, als  einfach zuzuschauen, was sich meine grauen Zellen  so einfallen lassen.
Und ehe ich mich versah, habe ich täglich mindestens 1.800 Wörter  bis etwas über 2.000 Wörter geschrieben. Die ich zuvor nur alle drei Tage geschrieben hatte. Irgendetwas war da, dass mich in der Zeit eines NaNoWriMo produktiver machte. 
Dann am 16. November 2015 war es endlich so weit. Es ging auf Mitternacht zu, oder es war auch schon nach Mitternacht -  so genau weiß ich das nicht mehr. jedenfalls haben viele schon geschlafen, als ich das letzte Kapitel in meinem Manuskript getippt habe. Und da war es dann, das ENDE. 

Das musste ich erst einmal sacken lassen. Ich konnte in dieser Nacht endlich wieder in ruhe durchschlafen, ohne jedes Mal von potenziellen Ideen kurz vorm Einschlafen, um den Schlaf gebracht zu werden. In den darauffolgenden Tagen machte sich immer noch etwas der Unglaube in mir breit. Ich konnte es nicht wahrhaben, dass es das sein soll: vier Jahre habe ich gesucht, unzählige Manuskripte verworfen, acht Monate Schreibzeit und 315 Normseiten später, war ich vorerst fertig damit. Ich fühlte mich endlich ein Stück freier und leichter. Es dauerte aber nicht mehr lange, da machte sich schon die nächste Geschichte in mir breit - man hat nie seine Ruhe :D 

Und jetzt?
Jetzt bzw. momentan war ich dabei das Manuskript durchzulesen, nach Logikfehler zu schauen und Wörter zu ergänzen, die ich gedacht habe geschrieben zu haben, aber nicht abgetippt habe. Da war wohl mein Kopf ein bisschen schneller, als meine Finger. Auch wurde bisher einiges gestrichen. Jetzt muss ich nur noch die Korrekturen in die Datei einfügen. Danach macht sich das Manuskript auf den Weg zur Testleserin und  wenn diese Fehler, die die Testleserin gefunden hat, ausgemerzt sind, werde ich anfangen das Exposé noch einmal zu überarbeiten, auszudrucken und Agenturen und Verlage mit meiner Machenschaft belästigen :D 

Nebenbei, arbeite ich noch an zwei anderen Projekten. Eines wird ebenfalls ein Fantasy-Projekt, das wahrscheinlich eine Reihe werden wird. Und das zweite Projekt ist ein Drehbuch, dass ich schreibe. Und bei den zwei Projekten läuft es super, auch wenn ich noch nicht weit bin. Ich habe gestern Abend erst mit dem Drehbuch begonnen, und beim zweite Roman-Projekt, stehen schon die ersten vier Normseiten, aber hey, wenigstens was. Bei allen Projekten bin ich guter Dinge, dass ich diese nicht unzählige Male über Board werfen werde. 
Ich lasse mich einfach mal überraschen. 

Und wenn ihr mal wissen möchtet, wie andere Autoren arbeiten, kann ich euch den Blog der lieben Sarah Force: Cretoria (Hier geht es zur Facebookseite von Sarah Force) vorstellen, die um einiges organisierter ist, als ich. Und einige ihrer Projekte klingen wirklich spannend. Vorbeischauen lohnt sich. ;)

- Cheerio^^

Kommentare:

  1. Hallo Nico,

    ich bin nach diesem Artikel wieder motiviert. Ich hänge gerade sehr beim Schreiben. Aber dieses "gerade" geht schon länger. Ich sitze erst sei einem Jahr an meinem Manuskript, ich habe auch schon 180 Normseiten. Aber ich muss mir einfach noch mal darüber klar werden, was ich da schreibe. Und das ist nicht einfach. Ich bin so unorganisiert gewesen damals, dass ich es schon bereue. Die Entscheidung, einen Cut zu setzen und alles aufzuarbeiten und eventuell anzupassen, war nicht einfach. Aber ich halte sie derzeit für clever.

    Ich hoffe, du kommst mit der Überarbeitung gut voran und hast viele neue Ideen! Ich würde mich sehr freuen, irgendwann mal ein Buch aus deiner Feder zu lesen.

    Liebe Grüße
    Henrik

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    1. Hallo Henrik,
      diese Phase, die du beschreibst, kenne ich zu gut. Das ging bei mir ganze drei Jahre lang, dass ich hie und da an meinem Projekt sozusagen in der Luft hing und nicht wusste, wohin es geht. Aber das geht wieder vorbei. Hast du schon einmal überlegt eine kleine Schreibpause einzulegen? Das hatte mir damals sehr geholfen, den Kopf freizubekommen. Denn nach einer ganzen Weile ist man mit Ideen einfach vollgestopft, das muss man erstmal sacken lassen. Über das unorganisiert sein, kann ich Lieder drüber singen. Aber immerhin hast du schon 180 Normseiten. Vielleicht hilft es dir, dass du dir diese durchliest. Das könnte dir helfen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Oder dir fällt eine Anspielung auf, die im weiteren Verlauf der Geschichte für eine unerwartete Wendung sorgt.
      Ich habe damals ein Haufen Cuts gesetzt, und insgesamt bestimmt über 500 Seiten verworfen. Ich habe nie eine Geschichte von vorn bis hinten durchgeplant, das kann ich einfach nicht. Ich möchte mich beim Schreiben auch überraschen lassen. Ich kann dir den NaNoWriMo sehr empfehlen. Im April fängt das sogenannte "Camp" NaNoWriMo an, da kannst du selber bestimmen, wie viele Wörter du im Monat schreiben möchtest. Das bringt Routine in den Alltag und motiviert sehr, jedenfalls bei mir. Es ist ein Versuch wert. Bis dahin kannst du dir einen passneden Plot für deine angefangene Geschichte überlegen.

      Mit der Überarbeitung bin ich noch nicht ganz fertig. Das Manuskript habe ich schon an ein paar Testleser geschickt. Jetzt muss ich auf deren Rückmeldung warten und die gefunden Fehler ausmerzen. Bis dahin werde ich abwarten, Tee trinken und mit der nächsten Geschichte anfangen. Ich hoffe, ich habe dir ein wenig helfen können, falls nicht, einfach nachfragen.
      Ein Buch zu schreiben ist nicht einfach, aber das hat ja keiner gesagt. Das habe viele andere und ich und auch du mitbekommen. Aber es macht Spaß und dieser sollte im Vordergrund stehen. Wenn es keinen Spaß mehr macht, dann sollte man eine Pause einlegen, wie ich oben schon gesagt habe, um den Kopf frei zu bekommen.
      Alles aufzuarbeiten, kann auch der richtige Weg sein. Lieber 180 Normeiten überarbeiten und anpassen, als 500 Normseiten.

      Sollte ich es schaffen, veröffentlicht zu werden, wird der ein oder andere Buchblogger bestimmt von mir Überraschungspost erhalten. Man darf also gespannt sein. ;)

      Liebe Grüße,
      Nico

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  2. Hallo Nico,

    vielen Dank für die namentliche Erwähnung und das Lob in Bezug auf meine Projekte! :)

    An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch zur Beendigung deines Manuskripts! Nachdem ich in das Exposé reinlesen durfte, muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, dass du nicht mittendrin aufgegeben oder alles gelöscht hat. Deine Idee ist wirklich vielversprechend und ich freue mich schon sehr, mehr zu lesen (und fühle mich geehrt! :))

    Ich habe bei mir selber die letzten Wochen und Monate festgestellt, dass ich vormittags produktiver und frischer bin. Mittlerweile ärgert es mich, dass ich das erst jetzt gemerkt habe, da ich mir so die Zeit viel besser einteilen kann. Überarbeitet wird also nur in der Phase, der restliche "Kram" wie Plotten, Recherchieren oder Social Media Gedönse kommt dann nachmittags, wo die Konzentration weg ist. Schwupps, schaffe ich viel mehr. Seine Hochzeiten zu kennen, kann enormen Auftrieb geben. Interessant, dass du das im NaNo auch gemerkt hast.

    Ich wünsche dir für deine jetzigen Projekte sehr viel Erfolg. Dass du es einmal geschafft hast, zeigt, dass du es wieder schaffen kannst. Bin schon gespannt, mehr zu erfahren.

    Liebe Grüße,
    Sarah

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