Montag, 16. November 2015

Rezension: Die Frau an der Schreibmaschine von Suzanne Rindell


Titel: Die Frau an der Schreibmaschine
Autor: Suzanne Rindell
Verlag: btb-Verlag
Seiten: 382
Genre: Roman
Einband: Gebunden mit Schutzumschlag
Übersetzer: Beate Brammertz
Preis: 19.99€
ISBN: 978-3-442-75485-4


Inhalt: 
Mit ein paar Anschlägen auf ihrer Schreibmaschine kann sie jemanden lebenslang ins Gefängnis befördern. Ros Baker arbeitete als Stenotypistin im New York City Police Department. Geständnisse zählen zu ihrem Alltag. Es ist das Jahr 1923. Und wenn Rose grausame Details über Schusswechsel, Messerstechereien und Morde protokolliert - sobald sie den Verhörraum verlässt, zählt sie wieder zum schwachen Geschlecht. Bestens dazu geeignet, Akten abzulegen und Kaffee zu kochen. Doch die Zeiten ändern sich. Die Frauen auf New Yorks Straßen tragen Bob, rauchen, trinken Alkohol. Die prüde Rose allerdings hängt am Bild der bescheidenden, fürsorglichen Frau. Und an dem charmanten Polizeiseargent, den sie heimlich anhimmelt. Bis eines Tages eine neue Kollegin kommt: die glamouröse Odalie. Sie entführt Rose in die Nachtclubs der Stadt. Stellt ihr aufregende Männer vor. Rose ist schockiert - und ebenso fasziniert. Aus Faszination wird Obsession. Alle verfangen sich in einem Gespinst auch Lügen. Und dann gibt es einen mysteriösen Todesfall ...


Meinung: 
Normalerweise, bin ich  ja kein großer Fan von Cover, auf denen Gesichter der Protagonisten zu sehen, denn ich finde, dass Aussehen  eines Charakters  sollte immer  noch der Fantasie  des Lesers überlassen sein. 
Aber  das ist eine andere Geschichte. In Die Frau mit der Schreibmaschine, geht es  um die  Rose Baker, die  in einem Police Department als Stenotypistin arbeitet. Als dann eines Tages eine neue Stenotypistin im Department  eingestellt wird, verdreht diese neue Schreibkraft Rose  völlig den Kopf. Rose ist  vom Ersten Augenblick von dieser neuen Stenotypistin fasziniert. Das ganze Auftreten dieser  Odalie Lazare, wie  ihre neue Kollegin heißt, hinterlässt  überall eine  spürbare Atmosphäre. Als eines zum Nächsten führt, zieht  Rose in Odalies  Apartment  ein und  Odalie  führt  Rose  in das schillernde Nachtleben der  goldenen zwanziger-Jahre ein, von dem die  prüde Rose, die  im Denken  und Verhalten sehr  traditionell erzogen wurde, mehr als schockiert. Doch nach und nach gewöhnt sie  sich  an den ganzen Protz, doch ihre neue beste Freundin bleibt  ihr  immer  noch ein Rätsel ...

Ich muss sagen, dass  ich  von dem Schreibstil der Autorin im positiven überrascht  bin. Auch wenn Suzanne Rindell viel Wert auf Details legt, der  hie und da doch ein wenig zu viel des Guten war, für meinen Geschmack, lässt sich die Geschichte  flüssig  lesen und  man versinkt  mehr und  mehr in der Geschichte. Abgesehen von den zwei Hauptfiguren: Rose und Odalie, finde ich den Rest der auftretenden Figuren ein wenig  zu blass  gestaltet, was ich ein wenig  schade finde. 
Auch wenn sich das Buch flüssig  lesen lässt, hatte ich am Anfang  so meine kleinen Probleme  mit dem Einstieg, aber nach den ersten Fünf Kapitel legten sich diese dann  und  ich  konnte  mich  vollends auf das Buch einlassen. Einen wirklichen Spannungsbogen habe ich in diesem Buch  nicht erkannt. Rose, die  bei Odalie  eingezogen ist, beschreibt in diesem Buch das Zusammenleben  und  führt  sogar eine Liste  mit Begebenheiten, die Odalie  betreffen. Nach und nach erfährt man immer  mehr  über die mysteriöse Odalie, doch mir war sie  immer  schon suspekt  gewesen. Daher  konnte ich mich  mit nicht  so recht anfreunden. Da die Autorin hin und wieder  sich zu sehr  in Details  verliert, das Gott sei Dank  nur ein paar Mal vorkommt, gibt es hie und da kleine Längen in der Geschichte. 
So gespannte ich auf dieses Buch  zu Anfang  war, so legte sich diese Aufregung  während des Mittelteils, denn hier  fehlte es  mir  von Grund auf an Spannung. An sich ist dieses Buch  zwar eher  ruhig, denn es passiert  kaum etwas nennenswertes, außer  einem Mann, der die Morde an seinen Frauen nicht  gestehen  möchte, oder einen Razzia  eines geheimen Clubs, passiert nichts weiteres was Spannung  in diesem Buch erzeugen könnte. 
Erst 106 Seiten vor Schluss des Buches, nimmt die Spannung  dann ein klein wenig Fahrt auf, aber die Spannung ist bei gleich nach hinten losgegangen, denn mit den Verhalten von Odalie  gegenüber diesem Teddy, und die Geschichte die dieser dann später Rose erzählt, finde ich, ist somit  auch das ganze Buch erzählt  und  die Spannung  und  mysteriöse Aura, die Odalie  umgab, waren dahin ... Sozusagen, hatte  die Autorin ihre Pointe in diesem Buch zu früh erzählt  und wenn man eins und eins zusammenzählt, dann erhält man schon das Ende und das gute  106 Seiten vorher. Das war für  mich ein Punkt in dem Buch, an dem ich mich fragte, ob ich überhaupt noch weiterlesen sollte, oder es doch sein lassen sollte. Denn immerhin konnte ich mir  jetzt schon das Ende  und  Odalies seltsames Verhalten selbst zusammenreimen. 
Vom Ende der Geschichte, war ich aber dennoch ein klein wenig  überrascht. Und im Großen und Ganzen  kann ich sagen, dass mir  das Buch  im Allgemeinen  auch  gut  gefallen hat, auch wenn es seine  kleinen Längen/Abschweifungen hat, wollte ich immer weiter lesen und erfahren, wie es denn nun mit Rose  und Odalie  weitergeht. Und Gott sei Dank bekommt das Buch zum Ende  hin die Kurve und  die Spannung  nimmt an fahrt auf.
4 von 5 Nectores - Tolle Unterhaltung, kann ich sehr  empfehlen!

Kommentare:

  1. Hallo Nico,

    deine Rezension kann ich in allen Punkten unterschreiben - sogar den Teil mit dem Cover. Ich war nur irgendwie auf einen Krimi eingestellt, daher hat mich die Handlung etwas überrascht. Ich würde es eher als Gesellschaftsroman einordnen.

    Obwohl es jetzt schon eine Weile her ist, weiß ich noch immer nicht, was ich vom Ende halten soll. Insgesamt ist es dennoch ein gutes Buch, freut mich, dass es dir ähnlich ergangen ist.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Genau, ich war nämlich auch auf einen Krimi aus, daher empfand ich den Mittelteil wohl so als Spannungslos. Das Ende hat mich erst recht durchhalten lassen, das Buch überhaupt zu Ende zu lesen. Denn wie ich oben schon erwähnte, hatte ich 106 Seiten schon einen Verdacht, was es mit Odalie auf sich hat und dieser Verdacht hatte sich dann auch schon bestätigt. Das hat dann die Lesefreude ein wenig getrübt. Aber als Gesamtpaket, war es ein recht gut unterhaltendes Buch.

      Liebe Grüße,
      Nico

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  2. Hallo Nico,

    dieses Buch geistert nun schon ein Weilchen durch einige Blogs und ich muss sagen, dass ich schön langsam wirklich auch Lust darauf bekommen habe. Nicht zuletzt wegen deiner letztlich doch recht positiven Rezension :)

    Habe ich dir schonmal geschrieben, dass ich deinen aktuellen Header im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch finde? :D Wirklich sehr individuell und gelungen!

    Liebe Grüße
    Misty

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    1. Hallo Misty,
      ich muss gestehen, dass mir das gar nicht aufgefallen ist, dass das Buch schon so oft bei anderen Blogs aufgetaucht ist. Ich hatte es damals ein paar Tage nach dem Erscheinen auf einem Blog gesehen und dachte, da der Klappentext recht interessant klang, dass ich mir das mal hole.
      Wenn du eher ruhige Bücher magst, in denen kaum Spannung "spürbar" ist, dann könnte das Buch etwas sein. ;)

      Vielen lieben Dank für die lieben Worte, da haben sich dann die 16 Stunden arbeit an dem Header gelohnt :D

      Liebe Grüße,
      Nico

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    2. Och, ich komme schon auch mit Büchern klar, die es spannungsmäßig etwas ruhiger angehen :)
      Wow, 16 Stunden ist ja eine ganze Menge! Aber ja, dadurch ist es ein richtiges Meisterwerk geworden!

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