Donnerstag, 14. Mai 2015

Rezension: Dubliner von James Joyce


Titel: Dubliner
Autor: James Joyce
Verlag: Anaconda
Seiten: 254
Genre: Kurzgeschichten/Erzählungen
Einband: Gebunden mit Schutzumschlag  und Leselitze
Preis: 4.95€
ISBN: 978-3-7306-0222-5


Inhalt:
Lässt sich eine Stadt durch die Menschen beschreiben, die in ihr leben? Und umgekehrt ein Mensch durch die Stadt, aus der er kommt? James Joyce ist dies mit seinem Reigen von Erzählungen über die Seele Dublins und seiner Bewohner auf bahnbrechende Weise gelungen. Dubliner porträtiert in berührenden Menschenschicksalen eine Metropole zwischen Kleinmut und Aufbruch. 
Der erste Wurf des jungen Joyce fasziniert durch die andeutende und doch tiefenscharfe Zeichnung der Figuren und ihrer Konflikte. 
Er verschafft den besten Zugang in das Werk des großen irischen Schriftstellers.



Meinung: 
James Joyce ist einer  der  bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. In Dubliner  führt er  den Leser durch eine Stadt, dessen Bewohner sich mit  Schicksalsschlägen, Selbstgeständnissen und dem ganz normalen Alltagsleben umherschlagen. Der Schreibstil von Joyce  war  für mich am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, auch wenn er  in diesen 15 Kurzgeschichten noch nicht  so komplex war, wie  im Ulysses - so kam es mir  jedenfalls vor, aber dennoch fand ich seinen Stil anspruchsvoll. 
Doch man gewöhnt sich nach wenigen Seiten an den Bewusstseinsstrom und  es fällt  dem Leser einfacher  in die Geschichten - das ganz normale Leben der Personen  Dublins  einzutauchen. Man wird  oft mitten in das Geschehen einer damals alltäglichen Situation hineingeworfen  und  so abrupt  man in diese Situation geworfen wurde, so abrupt  endete  sie dann auch, jedes Mal mit  einem für  mich unbeschreiblichen Nachgeschmack. 
James Joyce  bringt  in detailierten Sätzen die  Emotionen  und  Gefühle, sowie  die  Eindrücke der Umgebung seiner  Figuren zum Ausdruck. Bei ihm reichen  wenige Worte, und  doch entsteht  ein ganzes Bild vom wahren Gesicht Dublins am Anfang des 20. Jahrhunderts, im Kopfe des Lesers. Die Charaktere  sind  ganz normale Leute, Arbeiter, Bedienstete usw. Joyce lässt einen Blick auf  die Gesellschaft  des damaligen Dublins  werfen: einer  Gesellschaft, voller  betrogener, gescheiterten Menschen oder  bevormundeten jungen Frauen, die  zum Teil kreativ  tätig  sein möchten, und  ihren Träumen nachhängen, doch es nicht  schaffen aus  ihrem langweiligen  von Routine  beherrschten Alltag auszubrechen.

Ich  mochte es, wie  ich  mich in den Geschichten verlieren  konnte, es  war, als  würde man träumen. Man weiß, wie die Figuren sich fühlen, man ist  ein Teil des Ganzen, wie ein Zuschauer in einem  Traum und beobachtet  das Geschehen. Sei es ein Junge, der  mit seinem besten Freund einen Tag die Schule schwänzt, einfach um mal ein Abenteuer zu erleben  und  zum Ende  hin seinen besten Freund dann mit  ganz anderen Augen sieht. Es sind  Geschichten, die dem Leser zum Nachdenken anregen ...

Wer schon immer mal einen Blick auf die Stadt  Dublin, am Anfang des 20. Jahrhunderts werfen wollte, und sich mit den lustvollen, traurigen und tragischen Geschichten von einigen der Bewohner  Dublins  treiben lassen möchte, dem kann ich Dubliner  von James Joyce bestens empfehlen.

4 von 5 Nectores - Dieses Buch kann  ich nur empfehlen!

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